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Prozession(svorbereitungen für Fronleichnam)

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Kathedrale von Malaga




























 
 







Die eucharistische Prozession beginnt:







nach der Prozssion Rückkehr in die Kathedrale:






Grandios schräge Musik (meine ersten Videos)

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Eine Christusfigur wird nach der Prozession unter reger Anteilnahme der Bevölkerung in die Kirche zurückgebracht.





























Diese Videos (meine ersten) kann ich euch nicht vorenthalten:




Wenn einer hinter mir hergehen will

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Christus fällt unter dem Kreuz, Alessandro Algardi, Mitte 17. Jh, Kunsthistorisches Museum, Wien


22 Und er sagte:
Der Menschensohn muss vieles erleiden
und von den Ältesten,
den Hohepriestern und den Schriftgelehrten
verworfen werden;
er muss getötet
und am dritten Tage auferweckt werden.
 
23 Zu allen sagte er:
Wenn einer hinter mir hergehen will, verleugne er sich selbst,
nehme täglich sein Kreuz auf sich
und folge mir nach.
 
24 Denn wer sein Leben retten will,
wird es verlieren;
wer aber sein Leben um meinetwillen verliert,
der wird es retten.

(Lk 9,22.24, aus dem Evangelium von 12. Sonntag, Lesejahr C) 


Heute gedenkt die Kirche auch des hl. Joseph Cafasso und der hl Etheldreda.

Berufen, Christus den Weg zu bahnen

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Geburt von Johannes dem Täufer, Kathedrale von Genua


57 Für Elisabet erfüllte sich die Zeit, dass sie gebären sollte,
und sie brachte einen Sohn zur Welt.
58 Ihre Nachbarn und Verwandten hörten,
welch großes Erbarmen der Herr ihr erwiesen hatte,
und freuten sich mit ihr.
59 Und es geschah:
Am achten Tag kamen sie zur Beschneidung des Kindes
und sie wollten ihm den Namen seines Vaters Zacharías geben.
60 Seine Mutter aber widersprach
und sagte: Nein, sondern er soll Johannes heißen.
61 Sie antworteten ihr:
Es gibt doch niemanden in deiner Verwandtschaft, der so heißt.
62 Da fragten sie seinen Vater durch Zeichen,
welchen Namen das Kind haben solle.
63 Er verlangte ein Schreibtäfelchen
und schrieb darauf: Johannes ist sein Name.
Und alle staunten.
64 Im gleichen Augenblick
konnte er Mund und Zunge wieder gebrauchen
und er redete und pries Gott.
65 Und alle ihre Nachbarn gerieten in Furcht
und man sprach von all diesen Dingen
im ganzen Bergland von Judäa.
66 Alle, die davon hörten, nahmen es sich zu Herzen
und sagten: Was wird wohl aus diesem Kind werden?
Denn die Hand des Herrn war mit ihm.
80 Das Kind wuchs heran
und wurde stark im Geist.
Und es lebte in der Wüste
bis zu dem Tag,
an dem es seinen Auftrag für Israel erhielt.
Lukas 1



Kapelle des Johannes des Täufers, Kathedrale von Genua

Am heutigen 24. Juni lädt uns die Liturgie zur Feier des Hochfests der Geburt des heiligen Johannes des Täufers ein, dessen Leben – genauso wie das von Maria, der Mutter Jesu – ganz auf Christus ausgerichtet war. Johannes der Täufer ist der Vorläufer gewesen, die „Stimme“, die entsandt wurde, um das Mensch gewordene Wort anzukündigen. Deshalb bedeutet das festliche Gedenken an seine Geburt in Wirklichkeit, Christus zu feiern, die Erfüllung der Verheißungen aller Propheten, unter denen der Täufer der größte gewesen ist – er, der dazu berufen war, für den Messias „den Weg zu bahnen“ (vgl. Mt 11,9-10).

Alle Evangelien beginnen die Erzählung des öffentlichen Lebens Jesu mit dem Bericht über seine Taufe am Fluss Jordan durch Johannes. Der heilige Lukas fügt den Auftritt des Täufers in einen feierlichen historischen Rahmen ein. Auch mein Buch Jesus von Nazareth hebt mit der Taufe Jesu am Jordan an, einem Ereignis, das zu seiner Zeit ein großes Echo hatte. Von Jerusalem und aus allen Teilen Judäas strömten die Menschen herbei, um Johannes den Täufer zu hören, sich von ihm im Fluss taufen zu lassen und dabei ihre Sünden zu bekennen (vgl. Mk 1,5). Der Ruf des Propheten und Täufers wuchs in einem Maß an, dass viele sich fragten, ob er der Messias sei. Er aber – so hebt der Evangelist hervor – leugnete dies entschieden: „Ich bin nicht der Messias“ (Joh 1,20). Er bleibt auf jeden Fall der ersten „Zeuge“ Jesu, da er den Hinweis auf ihn vom Himmel erhalten hat: „Auf wen du den Geist herabkommen siehst und auf wem er bleibt, der ist es, der mit dem Heiligen Geist tauft“ (Joh 1,33). Genau dies geschah, als Jesus nach dem Empfang der Taufe aus dem Wasser stieg: Johannes sah den Geist wie eine Taube auf ihn herabkommen. Da „erkannte“ er die volle Wirklichkeit des Jesus von Nazareth und begann, „Israel mit ihm bekannt zu machen“ (Joh 1,31); er wies ihn als Sohn Gottes und Erlöser der Menschen aus: „Seht, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinweg nimmt“ (Joh 1,29).

Als echter Prophet gab Johannes ohne Kompromisse Zeugnis von der Wahrheit. Er klagte die Überschreitungen der Gebote Gottes auch dann an, wenn die Betroffenen die Mächtigen waren. So bezahlte er mit dem Leben, als er Herodes und Herodias des Ehebruchs anklagte, und mit dem Martyrium besiegelte er seinen Dienst an Christus, der die Wahrheit in Person ist. Wir wollen ihn und die allerseligste Jungfrau Maria um ihre Fürsprache bitten, damit es die Kirche auch in unseren Tagen verstehen möge, Christus immer treu zu bleiben und voller Mut seine Wahrheit und seine Liebe für alle zu bezeugen.

(Papst Benedikt XVI., 24. Juni 2007)


Johannes der Täufer, Kathedrale von Genua

Das Tor, das zum Leben führt

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Eingang zur Geburtskirche in Bethlehem



13Geht durch das enge Tor!
Denn das Tor ist weit, das ins Verderben führt,
und der Weg dahin ist breit, und viele gehen auf ihm.

14Aber das Tor, das zum Leben führt, ist eng,

und der Weg dahin ist schmal, und nur wenige finden ihn.

(aus dem Evangelium vom Dienstag der 12. Woche)





Erhebet die

Unsere Liebe Frau von der Barmherzigkeit - Josemaria Escriva de Balaguer

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Basilica de la Merce, Barcelona

 



Die Kinder, vor allem die kleinen Kinder, erwarten dauernd irgend etwas, das ihre Eltern für sie tun sollen oder tun könnten, und dabei vergessen sie ihre eigenen Pflichten der Kindesliebe. Im allgemeinen sind wir recht eigennützige Kinder. Aber wir sagten schon, daß das einer Mutter nicht viel ausmacht, denn in ihrem Herzen ist die Liebe groß genug, um dem Kind alles zu geben, ohne etwas von ihm zu erwarten.
So ist es auch mit unserer Mutter Maria...Und wenn wir feststellen, daß es uns an Aufmerksamkeit gegenüber dieser guten Mutter gefehlt hat, sollte uns das Herz wehtun. Ich frage euch, ich frage mich selbst: Wie ehren wir sie?
Ein weiteres Mal kehren wir zur alltäglichen Erfahrung im Umgang mit unserer irdischen Mutter zurück. Wir fragen uns vor allem: Was erwartet eine Mutter von dem Kind, dem sie Fleisch und Blut gegeben hat? Ihr größter Wunsch ist, es in der Nähe zu haben. Wenn die Kinder groß werden und dies nicht mehr möglich ist, wartet die Mutter mit Ungeduld auf Nachricht und empfindet Anteilnahme für alles, was das Kind betrifft, von einer leichten Erkrankung bis hin zu den ganz wichtigen Ereignissen.
Versteht also: In den Augen unserer heiligen Mutter Maria hören wir niemals auf, kleine Kinder zu sein, denn sie öffnet uns den Weg zum Himmelreich, das nur denen, die zu Kindern werden, gegeben wird (Vgl. Mt 19,14). Wir dürfen uns niemals von ihr trennen. Und wie können wir sie ehren? Indem wir Umgang mit ihr haben, mit ihr sprechen, ihr unsere Liebe bezeugen, in unseren Herzen die Szenen ihres irdischen Lebens erwägen, ihr von unseren Kämpfen, unseren Erfolgen und Mißerfolgen erzählen.
So entdecken wir den Sinn der Gebete zur Mutter Gottes, die die Kirche immer gebetet hat, uns es ist uns, als sprächen wir diese Gebete zum erstenmal. Was sind das Gegrüßet seist du, Maria und der Engel des Herrn anderes als ein stürmisches Lob ihrer göttlichen Mutterschaft? Wir haben dann den heiligen Rosenkranz, eine wunderbare Frömmigkeitsübung, die ich nie müde werde, allen Christen zu empfehlen; mit dem Verstand und mit dem Herzen vergegenwärtigen wir uns die wunderbaren Geheimnisse im Leben Mariens, die wir als die grundlegenden Geheimnisse des Glaubens wiederentdecken.
(Escriva de Balaguer, Freunde Gottes, Nr. 289, 290)

Die Servitenkirche des Opus Dei in Budapest

Am Grab des Gründers des Opus Dei

Josemaria Escrive de Balaguer kniet vor ULF der Barmherzigkeit, Basilica de la Merce, Barcelona


Auf Initiative der Bruderschaft unserer lieben Frau der Barmherzigkeit wurde am 20. September 2004 in der Basilika de la Merce von Barcelona ein Relief angebracht, das den hl. Josefmaria knieend vor der Mutter Gottes darstellt. Am 21. Juni 1946 besuchte der Gründer des Opus Dei die Basilika in Barcelona, bevor er sich nach Rom begab. Das Opus Dei wurde 1947 als erstes Säkularinstitut päpstlichen Rechts anerkannt.

Heil der Kranken - bitte für uns

Von 1765 bis 1775 errichtete man im gotischen Viertel von Barcelona auf den Ruinen einer mittelalterlichen Kirche eine Barockkirche. Die erste Kirche des Mercedarier-Ordens wurde hier zw. 1249 und 1267 erbaut. Der Orden wurde am 10. August 1218 vom hl. Petrus Nolascus, einem jungen Kaufmann, dem König Jakob I. von Aragonien und dem Bischof Berenguer de Palou in Barcelona gegründet. Ziel war die Befreiung der Christen aus den Gefangenschaft der Muslime.
Besondere Verehrung fand Maria de la Merced, Unsere Liebe Frau von der Barmherzigkeit, ULF vom Loskauf der Gefangenen.

Heute alternativlos


Hirten nach dem Herzen Jesu

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Liebe Weihekandidaten!
Liebe Brüder und Schwestern!

Nur eines erwartet Jesus von Euch! Nur eines ist wirklich wichtig für die Kirche, für die Gemeinden, in denen ihr Dienst tun werdet, nur eines ist letztlich bedeutsam für eine Sendung zu den Menschen: dass ihr Hirten nach dem Herzen Jesu seid.

Das Presbyterium unserer Erzdiözese ist bunt. Da gibt es Diözesanpriester und Ordenspriester, im Verhältnis von etwa 55 zu 45 Prozent, und es gibt hier an die 60 verschiedenen männlichen Ordensgemeinschaften, etwa ebenso viele weibliche. Welch große Vielfalt an Charismen! Und nicht wenige gemeinsame Sorgen. Was wäre unsere Diözese ohne diesen großen bunten Garten an geistlichen Gemeinschaften! Dazu kommen die neuen geistlichen Bewegungen mit ihren geistlichen Früchten. Eine ist der neokatechumenale Weg, dem einer unserer Kandidaten seine Priesterberufung verdankt. Das Presbyterium ist auch bunt bezüglich der Herkunftsländer. Schon fast ein Drittel der Diözesan- und Ordenspriester kommen aus anderen Ländern, Sprachen und Kulturen. Aber auch eine weitere Buntheit zeigt sich bei uns: es gibt ehelose und verheiratete Priester. Die Priester des lateinischen Ritus sind ehelos, die der östlichen Riten sind zum Teil verheiratet. Unter den heutigen Weihekandidaten ist einer, der evangelischer Pfarrer war und der, wie das in den letzten Jahrzehnten immer wieder geschehen ist, vom Heiligen Vater die Zulassung zur Priesterweihe erhielt, wohl auch ein Zeichen dafür, dass sein langjähriges evangelisches Pfarramt von der Katholischen Kirche als geistliches Amt eine gewisse Anerkennung erfährt.

Ja, bunt ist auch die Gruppe unserer sieben Weihekandidaten: Österreich, Polen, Brasilien, unterschiedlichste Wege hin zum gemeinsamen Ziel.

Ist diese Vielfalt nicht auch verwirrend? Wohin führt der Weg unserer Kirche? Wird die Vielfalt noch größer? Dazu zwei Worte der Orientierung:

1.) Ja, die Vielfalt wird größer. Wir leben und erleben Weltkirche im Kleinen: die anderssprachigen Gemeinden sind in unserer Erzdiözese ein wachsender Anteil. Sie sind Teil der Kirche von Wien. Sie sind zum Teil die Zukunft der Kirche bei uns. Sie bringen uns viel. Sie empfangen auch manches von uns. Wir gehören zusammen und wollen mehr zusammenwachsen.

2.) Die Kirche kann nicht leben ohne Priester. Wir wollen Priester! Wir suchen sie und hoffen auf sie. Auch aus unseren Gemeinden. Auch aus unseren Familien. Ich hoffe auf Seminaristen auch aus unseren anderssprachigen Gemeinden.

Das allerwichtigste aber ist etwas anderes. Nicht In- oder Ausländer, Diözesan- oder Ordenspriester ist das Entscheidende. Auch nicht ob jung oder alt, Früh- oder Spätberufener. Nur eines ist wichtig: Dass er ein Hirte nach dem Herzen Jesu ist. Wenn er ein Hirte ist wie Jesus ihn sich wünscht, wird er die Sprache der Herzen finden, auch wenn sein Deutsch noch unvollkommen ist. Wenn er mit dem Herzen Jesu die Menschen sieht, wird er die Wege zu ihnen finden, auch wenn er aus einem anderen Kulturkreis kommt. Kulturen sind keine geschlossenen Welten. Sie sind zueinander offen. Vor allem aber: die Kultur, um die es geht, ist nicht ein vorgegebenes "Model", in das die "Fremden" hineingepresst werden müssen. Der Glaube schafft Kultur. Hirten nach dem Herzen Jesu bauen mit den Gläubigen eine andere Kultur, eine Kultur eines anderen Menschen- und Gemeinschaftsbildes. Immer deutlicher wird es: Christliche Gemeinschaften "kopieren" nicht eine bestehende Kultur, sondern "generieren" Kultur aus der Kraft des Glaubens.

Hirten nach dem Herzen Jesu werden aber auch auf die Herzenstöne der Kultur unseres Landes achten und sie aufgreifen.

Ja, Hirten nach den Herzen Jesu: das ist die wirkliche Herausforderung an uns Priester und auch an Euch, liebe Gläubige. Diese Hirten wachsen aus dem Glaubenszeugnis ihrer Familien, aus dem Vorbild anderer Priester, aus den Erfahrungen mit den Menschen und vor allem aus dem immer tieferen Hinhören auf den guten Hirten. "Auf Christus schauen" - das ist das Motto des Papstbesuches. Auf Christus schauen - das ist der Weg zu einer erfüllten, gelebten Hirtenschaft nach dem Herzen Jesu.

Gerne würde ich mit Euch, liebe Weihekandidaten, jetzt ausführlicher über den Hirtendienst nach Jesu Herz betrachten. Aber die große Hitze heute mahnt mich zur Barmherzigkeit. So will ich Euch eine "Hausaufgabe" mitgeben: das so starke und klare Kapitel von "Josef Ratzinger - Benedikt XVI., Jesus von Nazareth"über den Hirten zu lesen (317-331).

Auch ein Bischof darf für seine Predigt beim Papst Anleihen machen, was ich nun auch tue, indem ich nur abschließend Euch drei Betrachtungspunkte mitgebe:

1. Jesu große Hirtenrede beginnt mit dem überraschenden Wort: "Amen, Amen: Ich sage Euch: ich bin die Tür zu den Schafen" (Joh. 10,7). Der Hl. Vater schließt daraus: "Ob jemand ein wirklicher Hirte ist, zeigt sich darin, dass er durch Jesus als die Tür eintritt" (S. 321). Wer als Hirte der Herde Jesu vorangehen will, muss selber Jesus „nachfolgen" (Joh. 21,19).

2. Hirte und Herde müssen einander kennen: "… die Schafe folgen ihm, sie kennen seine Stimme" (Joh. 10,31). Die Herde ist nicht Eigentum des Hirten im Sinne Jesu. Je lebendiger die Gemeinschaft mit Christus, desto weniger "Klerikalismus" auf Seiten der Hirten, oder auch auf Seiten der Laien. Je deutlicher die Stimme des Hirten nicht seine, sondern die Christi ist, desto vertrauter klingt sie den Menschen.

3. Jesus ist Hirte und Lamm in eins: Sein Geheimnis ist, dass er nicht Leben nimmt, sondern gibt. Er hat uns geliebt, als wir noch Feinde waren, sagt Paulus heute. Es gibt kein Hirtenamt ohne das Kreuz Jesu und unsere Kreuzesnachfolge Jesu. Das ist wohl das schwerste am Hirtenamt nach dem Herzen Jesu. Es ist aber auch das Glaubwürdigste und das Stärkste, das Wirksamste! Nie ist Jesus mehr Hirte als am Kreuz, da er, von der Erde erhöht, alle an sich zieht. Fürchtet Euch deshalb nicht vor dem Kreuz in Eurem Hirtenleben. Es ist oft der Schlüssel zum pastoralen Erfolg. Es bildet in uns das Herz nach dem Herzen Jesu. Nichts braucht unsere Zeit so sehr als wirkliche Hirten nach den Herzen Jesu. Wir bitten jetzt den Hl. Geist, dass er Euch dazu präge. Amen.

(Predigt von Kardinal Schönborn zur Preisterweihe 2007)


Dreifaltigkeit mit Herz-Jesu und Herz-Mariä Darstellungen, Kathedrale von Malaga

Es ist mein fester Entschluss, Ihm ganz anzugehören

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Im 17. Jahrhundert hatte Margareta Maria Alacoque im Kloster Paray-le-Monial beeindruckende Visionen. Sie erblickte das Bild des göttlichen Herzens auf einem flammenden Thron, um das Herz war eine Dornenkrone gewunden.
Die Patres der Gesellschaft Jesu gaben sodann 1767 an Pompeo Girolamo Battoni den Auftrag, für die Kirche del Gesù in Rom ein Herz-Jesu-Bild zu malen; dieses trug zur Verbreitung der Verehrung des Herzens Jesu in hohem Maße bei, denn es wurde immer wieder nachgeahmt.

Hier wird Christus als Brustbild abgebildet mit blau changierendem Gewand, darüber findet sich ein roter gefältelter Umhang. Das Antlitz Christi verkörpert Menschlichkeit, der Blick der Augen ist weit geöffnet und mild, — Christus lächelt hier im Unterschied zum römischen Original. Der Blick trifft den Betrachter unvermittelt und persönlich und fordert zur meditativen Besinnung und Betrachtung auf. Christus ist mit Bart dargestellt, die brunett gewellten Haare reichen bis zur Schulter, das Haupt ist von einer Strahlenglorie umgeben. Mit seiner linken Hand hält er ein Herz, welches aus einer Schnittwunde blutet; das Herz ist von einem doppelten Dornenkranz umfasst, darüber und seitwärts steigen lodernde Flammen empor, welche vom Kreuz Christi bekrönt werden. Vom Herz mit seinen lichten Flammen werden Lichtstrahlen ausgesandt, welche auf die Heiligkeit des Herzens Jesu hinweisen. Die rechte, kunstvoll, wie manieristisch gemalte Hand weist — interessanterweise mit der Handfläche, wo sich auch das Wundmal befindet — auf das Herz hin; die Lichtmetaphorik spielt eine große Rolle, währenddessen der Hintergrund des Bildnisses dunkel gehalten ist.

Battoni hat das mystische Bild Christi der Barockzeit komponiert. Das Bild in der Innsbrucker Jesuitenkirche - Universitätskirche begegnet dem Betrachter nicht apersonal und entrückt, sondern spricht die Seele an, das Herz Jesu wird zur Anbetung und zum Austausch des Herzens dargebracht.

(Quelle: Martina Egger, Jesuitenkirche Innsbruck)




Weihegebet an das Heiligste Herz Jesu

Ich weihe und übergebe dem heiligsten Herzen meines Herrn Jesus Christus mich selbst und mein Leben, alle meine Handlungen, Beschwerden und Leiden, mein Lieben und Arbeiten, damit alles, was ich bin und habe, mir dazu diene, Sein heiligstes Herz zu ehren und zu lieben.

Es ist mein fester Entschluss, Ihm ganz anzugehören, alles aus Liebe zu Ihm zu tun und allem zu entsagen, was ihm missfallen oder widerstehen könnte.
Daher erwähle ich Dich, O allerheiligstes Herz Jesu, zu meiner ganzen Liebe, zum Beschützer meines Lebens, zur Sicherheit meines Heiles, zur Stärke in meiner Schwachheit und Unbeständigkeit und zur Sühne für alle Sünden meines ganzen Lebens.

O Herz der Milde und Güte, sei Du meine Zuflucht in der Stunde meines Todes, sei meine Rechtfertigung vor Gott.
O Herz der Liebe, auf Dich setz ich all mein Vertrauen. Von meiner Schwachheit und Bosheit fürchte ich alles, aber von Deiner Liebe hoffe ich auch alles. So tilge denn in mir, was Dir missfallen oder widerstehen kann. Deine reine Liebe durchdringe so tief mein Herz, dass ich Deiner niemals vergessen und von Dir mich niemals trennen kann.
O mein Heiland, ich bitte dich bei all deiner Liebe, dass mein Name eingeschrieben sei in Deinem heiligsten Herzen; denn mein Glück und meine Ehre soll es sein, in Deinem Dienste zu leben und zu sterben. Amen.

(Hl. Margareta Maria Alaquoque)

Herz-Jesu Bild, Jesuitenkirche, Innsbruck

Der Gedenktag Unbeflecktes Herz Mariä entfällt in diesem Jahr

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aber nicht bei mir




Liebe Brüder und Schwestern!

Am Freitag haben wir das Hochfest vom Heiligsten Herzen Jesu gefeiert. Die Andacht zum Herzen Jesu ist im christlichen Volk weit verbreitet. In der Sprache der Bibel bezeichnet das "Herz" das Innerste der Person, den Sitz ihrer Gefühle und Absichten. Im Herzen unseres Erlösers verehren wir die Liebe Gottes zur gesamten Menschheit, seinen Willen zur allgemeinen Erlösung, seine unendliche Barmherzigkeit. Die Verehrung des Heiligsten Herzens Jesu bedeutet also, dieses Herz zu verehren, das, nachdem es uns bis zur Vollendung geliebt, von einer Lanze durchbohrt wurde und Blut und Wasser Kreuz herab verströmte – unerschöpfliche Quelle neuen Lebens.

Dieser Festtag war zugleich der Welttag zur Heiligung der Priester: eine großartige Gelegenheit, um darum zu beten, dass die Priester nichts der Liebe Christi vorziehen.

(.....)


Das Herz, das dem Herzen Jesu Christi am meisten ähnelt, ist zweifellos das Herz Mariens, seiner unbefleckten Mutter. Genau aus diesem Grund lädt uns die Liturgie dazu ein, sie zu verehren. In Antwort auf die Einladung der Jungfrau von Fatima wollen wir ihrem Unbefleckten Herzen, das wir gestern auf besondere Weise betrachtet haben, die ganze Welt anvertrauen, damit sie die barmherzige Liebe Gottes und den wahren Frieden erfahren möge.


(Papst Benedikt zum Angelus am 6. Juni 2005) 


V./ A.Herr, erbarme Dich unser V./ A. Christus, erbarme Dich unser
V./ A. Herr, erbarme Dich unser
V./ A. Christus höre uns
V./ A. Christus erhöre uns

V. Gott Vater Vater vom Himmel A. erbarme Dich unser. GottSohn, Erlöser der Welt A. erbarme Dich unser.
Gott Heiliger GeistA. erbarme Dich unser.
Heiligste DreifaltigkeitA. erbarme Dich unser.


V.Herz Mariä, unbefleckt vom ersten Augenblick an A. bitte für die Sünder.V. Herz Mariä, voll der Gnade A. erbarme Dich unser!
V. Herz Mariä, gesegnet unter allen Herzen A. erbarme Dich unser!
V. Herz Mariä, Tempel der Heiligsten Dreifaltigkeit A. erbarme Dich unser!
V. Herz Mariä, gleichförmig mit dem Herzen Jesu A. erbarme Dich unser!
V. Herz Maria, Wohlgefallen deines Sohnes Jesus A. erbarme Dich unser!
V. Herz Mariä, Abgrund der Demut A. erbarme Dich unser!
V. Herz Mariä, Sitz der Barmherzigkeit A. erbarme Dich unser!
V. Herz Mariä, Meer der Güte A. erbarme Dich unser!
V. Herz Mariä, brennender Feuerofen der Liebe A. erbarme Dich unser!
V. Herz Mariä, Wunder der Reinheit und Unschuld A. erbarme Dich unser!
V. Herz Mariä, in dem das Blut Jesu Christi, der Kaufpreis unserer Erlösung, gebildet wurde A. erbarme Dich unser!
V. Herz Mariä, das für die Sünder um Gnade fleht A. erbarme Dich unser!
V. Herz Mariä, das die Worte Jesu treu bewahrte und erwog A. erbarme Dich unser!
V. Herz Mariä, mit dem Schwert des Leidens durchbohrt A. erbarme Dich unser! V. Herz Mariä, Trost der Betrübten A. erbarme Dich unser!
V. Herz Mariä, Zuflucht der Sünder A. erbarme Dich unser!
V. Herz Mariä, Hoffnung und Schutz deiner Verehrer A. erbarme Dich unser!
V. Herz Mariä, Beistand der Sterbenden A. erbarme Dich unser!
V. Herz Mariä, Wonne aller Heiligen A. erbarme Dich unser!
V. Herz Mariä, Vermittlerin aller Gnaden A. erbarme Dich unser!
V. Herz Mariä, Hilfe der Sterbenden A. erbarme Dich unser!


V. O Du Lamm Gottes, Du nimmst hinweg die Sünden der Welt, A. verschone uns, o Herr.
V. O Du Lamm Gottes, Du nimmst hinweg die Sünden der Welt,
A. erhöre uns, o Herr.
V. O Du Lamm Gottes, Du nimmst hinweg die Sünden der Welt,
A. erbarme Dich unser.


V. Heiligstes Herz Mariä, bitte für uns!
A. Auf dass wir würdig werden, dich von ganzem Herzen zu lieben!   V.Lasset uns beten!

O Gott, Du hast zur Rettung der Sünder dem Unbefleckten Herzen Mariä eine heilige Gleichförmigkeit der Liebe und des Erbarmens mit dem anbetungswürdigen Herzen Deines göttlichen Sohnes Jesus Christus gegeben. Wir verehren dieses Heilige und Unbefleckte Herz und bitten Dich: Laß uns durch seine Verdienste dem göttlichen Herzen Jesu gleichförmig werden. Mögen viele Sünder auf die Fürbitte des Unbefleckten Herzens Mariä den Weg der Sünde verlassen und glücklich im Herzen Gottes Heil und Rettung finden. Das erbitten wir durch unseren Herrn Jesus Christus, der mit Dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.
A. Amen.
(Kathpedia)


Darstellungen der Dreifaltigkeit, des Herzens Jesu und des Herzens Mariens, Kathedrale von Malaga

Petrus und Paulus

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Apostel Petrus und Paulus, Notre Dame du Sablon, Brüssel



Liebe Brüder und Schwestern!
Das Fest der heiligen Apostel Petrus und Paulus ist zugleich ein dankbares Gedächtnis der großen Zeugen Jesu Christi und ein feierliches Bekenntnis zur einen, heiligen, katholischen und apostolischen Kirche. Es ist vor allem ein Fest der Katholizität. Das Zeichen von Pfingsten – die neue Gemeinschaft, die in allen Sprachen spricht und alle Völker in einem einzigen Volk, in einer Familie Gottes vereint –, dieses Zeichen ist Wirklichkeit geworden. Unsere liturgische Versammlung, zu der sich Bischöfe aus allen Teilen der Welt, Menschen vielfältiger Kulturen und Nationen eingefunden haben, ist ein Bild der über die ganze Erde verteilten Familie der Kirche. Fremde sind zu Freunden geworden; jenseits aller Grenzen erkennen wir uns als Brüder und Schwestern an. Damit ist die Mission des hl. Paulus erfüllt, der wußte, daß »als Diener Christi Jesu unter den Heiden zu sein…, eine Opfergabe [darstellt], die Gott gefällt, geheiligt im Heiligen Geist« (Röm 15,16).

Das Ziel der Mission ist eine Menschheit, die selbst zu einer lebendigen Verherrlichung Gottes geworden ist, die wahre Verehrung, die Gott erwartet: Das ist der tiefste Sinn der Katholizität– einer Katholizität, die uns schon geschenkt wurde und zu der wir uns doch immer wieder auf den Weg machen müssen. Katholizität ist nicht nur Ausdruck einer horizontalen Dimension, also die Versammlung vieler Menschen in der Einheit; sie drückt auch eine vertikale Dimension aus: Nur dadurch, daß wir den Blick auf Gott richten, nur dadurch, daß wir uns ihm öffnen, können wir wirklich zu einer Einheit werden. Wie Paulus kam auch Petrus nach Rom, in die Stadt, die zum Ort geworden war, wo alle Völker zusammentrafen, und die eben deshalb eher als jede andere Ausdruck der Universalität des Evangeliums werden konnte. Als er die Reise von Jerusalem nach Rom unternahm, wußte er sich mit Sicherheit von den Stimmen der Propheten, vom Glauben und vom Gebet Israels geleitet. Die Entsendung in die ganze Welt ist nämlich auch Teil der Verkündigung des Alten Bundes: Das Volk Israel war dazu bestimmt, Licht für die Völker zu sein. Der große Psalm der Passion, Psalm 22, dessen ersten Vers »Mein Gott, mein Gott, warum hast Du mich verlassen?« Jesus am Kreuz laut gerufen hat, endet mit der Vision: »Alle Enden der Erde werden umkehren zum Herrn: Vor ihm werfen sich alle Stämme der Völker nieder« (Ps 22,28). Als Petrus und Paulus nach Rom kamen, war der Herr, der diesen Psalm am Kreuz zu sprechen begonnen hatte, auferstanden; dieser Sieg Gottes mußte nun allen Völkern verkündet werden, wodurch die Verheißung, mit der der Psalm schloß, erfüllt wurde.

Katholizität bedeutet Universalität– Vielfalt, die zur Einheit wird; Einheit, die dennoch Vielfalt bleibt. Aus dem Wort des Paulus über die Universalität der Kirche haben wir schon ablesen können, daß zu dieser Einheit die Fähigkeit der Völker zur Selbstüberwindung gehört, um auf den einzigen Gott zu blicken.

Der eigentliche Begründer der katholischen Theologie, der hl. Irenäus von Lyon, hat im 2. Jahrhundert diese Verbindung zwischen Katholizität und Einheit sehr schön ausgedrückt: »Diese Lehre und diesen Glauben bewahrt die Kirche, die sich über die ganze Welt erstreckt, sorgfältig und bildet gleichsam eine einzige Familie: derselbe Glaube mit einer einzigen Seele und einem einzigen Herzen, dieselbe Verkündigung, Lehre, Tradition, als hätte sie nur einen einzigen Mund. Unterschiedlich sind die Sprachen der verschiedenen Regionen, aber es wirkt ein und dieselbe Kraft der Tradition. Die Kirchen Germaniens haben ebenso wenig einen anderen Glauben oder eine andere Tradition wie jene in Spanien, Gallien, Ägypten, Libyen, im Osten oder im Zentrum der Erde; wie die Sonne als Geschöpf Gottes eine einzige und die gleiche in der ganzen Erde ist, so strahlt das Licht der wahren Verkündigung überall und erleuchtet alle Menschen, die zur Erkenntnis der Wahrheit gelangen wollen« (Adversus haereses I,10,2).

Die Einheitder Menschen in ihrer Vielfalt ist möglich geworden, weil Gott, dieser eine Gott des Himmels und der Erde, sich uns gezeigt hat; weil die wesentliche Wahrheit über unser Leben, über unser »Woher?« und »Wohin?« sichtbar geworden ist, als er sich uns zeigte und in Jesus Christus uns sein Angesicht, sich selbst, sehen ließ. Diese Wahrheit über das Wesen unseres Seins, über unser Leben und unser Sterben, eine Wahrheit, die von Gott her sichtbar geworden ist, vereint uns und läßt uns zu Brüdern werden. Katholizität und Einheit gehören zusammen. Und die Einheit hat einen Inhalt: den Glauben, den die Apostel uns im Auftrag Christi übermittelt haben.

(Papst Benedikt XVI., aus der Predigt zum Hochfest der hll. Apostel Petrus u. Paulus, 29. Juni 2005)



Hochfestessen

Notre Dame du Sablon, Brüssel

Hochfestmusik

Heimsuchung Mariens

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Verkündigung, Verlobung Josef und Maria, Heimsuchung



Während wir heute die Heimsuchung Mariens betrachten, werden wir angeregt, gerade über diesen Mut des Glaubens nachzudenken. Diejenige, die Elisabet in ihrem Haus empfängt, ist die Jungfrau, die der Verkündigung des Engels »geglaubt hat« und im Glauben geantwortet hat. So hat sie mutig den Plan Gottes für ihr Leben angenommen und damit das ewige Wort des Höchsten in sich aufgenommen. Wie mein seliger Vorgänger in der Enzyklika Redemptoris Materhervorgehoben hat, hat Maria ihr fiat im Glauben gesprochen, »sie hat sich ohne Vorbehalte Gott überantwortet und ›gab sich als Magd des Herrn ganz der Person und dem Werk ihres Sohnes hin‹« (Nr. 13; vgl. II. Vat. Konzil, Dogmat. Konstitution Lumen gentium, 56). Deshalb ruft Elisabet bei ihrem Gruß aus: »Selig ist die, die geglaubt hat, daß sich erfüllt, was der Herr ihr sagen ließ« (Lk 1,45). Maria hat wirklich geglaubt, daß »für Gott nichts unmöglich ist« (V. 37), und gestützt auf dieses Vertrauen hat sie sich vom Heiligen Geist führen lassen im täglichen Gehorsam gegenüber seinen Plänen.

Wie sollten wir für unser eigenes Leben nicht dieselbe vertrauensvolle Hingabe wünschen? Wie könnten wir uns jener Seligkeit verwehren, die aus einer so innerlichen und tiefen Vertrautheit mit Jesus erwächst? Deshalb wollen wir uns heute an diejenige wenden, die »voll der Gnade« ist, und sie bitten, von der göttlichen Vorsehung auch für uns zu erlangen, daß wir jeden Tag unser »Ja« zu den Plänen Gottes sagen – mit demselben demütigen und aufrichtigen Glauben, mit dem sie ihr »Ja« gesprochen hat. Sie, die sich Gott vorbehaltlos überlassen hat, als sie das Wort Gottes in sich aufnahm, möge uns zu einer immer großherzigeren und bedingungsloseren Antwort auf seine Pläne führen, auch wenn wir gerufen sind, das Kreuz zu umarmen.

(Benedikt XVI., 31. Mai 2011)



Heimsuchung (Chartres, Veitsdom in Prag, Geburtskirche des Johannes des Täufers, Kathedrale von Leon, Dom St. Peter in Regensburg, Franziskanerkirche in Güssing, rumän. orthodoxe Kirche in Knittelfeld, Opfenbach im Allgäu)



S. Maria Maggiore, Triest

Jesus heilte durch den Anblick der Male die Wunde seines Unglaubens

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Thomas und der Auferstandene, Saint Gatien, Tours



HL. Gregor der Große (+ 604)
Aus einer Homilie zu den Evangelien .
Mein Herr und mein Gott
„Thomas, genannt Didymus (Zwilling), einer der Zwölf, war nicht bei ihnen als Jesus kam.“1 Dieser eine Jünger fehlte. Als er zurückkehrte, hörte er, was geschehen war, wollte das Gehörte aber nicht glauben. Da kam Jesus noch einmal und ließ den ungläubigen Jünger die Seite berühren, zeigte ihm die Hände und heilte durch den Anblick der Male die Wunde seines Unglaubens. Liebe Brüder, was fällt euch dabei auf? Haltet ihr es für einen Zufall, dass dieser erwählte Jünger damals nicht dabei war, dann aber kam und hörte, hörte und zweifelte, zweifelte und betastete, betastete und glaubte? 

Das geschah nicht durch Zufall, sondern durch Fügung Gottes. Denn seine Milde bewirkte in wunderbarer Weise, dass dieser zweifelnde Jünger in uns die Wunden des Unglaubens heilte, als er die Wunden am Leib des Meisters berührte. Mehr nützt uns der Unglaube des Thomas zum Glauben als der Glaube der glaubenden Jünger. Denn indem Thomas durch das Betasten zum Glauben zurückgeführt wird, lässt unser Geist jeden Zweifel fallen und wird im Glauben gefestigt. So wurde jener Jünger zweifelnd und bestastend Zeuge der wirklichen Auferstehung. Er betastete und rief. 
„Mein Herr und mein Gott! Jesus sagte zu ihm: Weil du mich gesehen hast, Thomas, glaubst du.“2 Aber Paulus sagte doch: „Glauben aber ist: Feststehen in dem, was man erhofft, Überzeugtsein von Dingen, die man nicht sieht“3, sicherlich deswegen, weil der Glaube eine Überzeugung von Wirklichkeiten ist, die nicht sichtbar sein können. Was wir sehen, das glauben wir nicht, sondern das kennen wir. Thomas sieht und berührt. Warum wird dann von ihm gesagt: „Weil du mich gesehen hast, glaubst du“? Nun, was er sah, war etwas anderes als das, was er glaubte. Der sterbliche Mensch konnte Gott nicht sehen. Er sah den Menschen, aber er bekannte Gott: „Mein Herr und mein Gott!“ Im Sehen glaubte er; als er den wirklichen Menschen sah, bekannte er in seinem Ausruf den Gott, den er nicht sehen konnte.
Große Freude schafft, was nun folgt: „Selig sind, die nicht sehen und doch glauben!“4 In diesem Ausspruch sind ohne Zweifel zunächst wir gemeint, die wir Gott nicht gesehen haben, aber im Herzen bewahren. Wir sind in dem Sinn gemeint, dass unserem Glauben die Taten folgen sollen. Denn der glaubt im Vollsinn, der in der Tat ausübt, was er glaubt. Paulus aber sagt von denen, die den Glauben nur mit dem Mund bekennen: „Sie beteuern, Gott zu kennen, durch ihr Tun aber verleugnen sie ihn.“5Darum schreibt Jakobus: „Der Glaube ohne Werke ist nutzlos.“6
(1) Joh 20,24. (2) Joh 20,23.24. (3) Hebr 11,1. (4) Joh 20,29. (5) Tit 1,16. (6) Jak 2,20.



Thomas will die Wunden des Herrn berühren
(WadowiceNotre Dame de Paris, Domingo de Silos, Jesus College - Cambridge, Kunsthistorisches Museum-Wien)

ganz links: Thomas und Stephanusfenster, Kathedrale von Tours

Am Grab des hl. Ulrich von Augsburg

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Dank sei Gott für Friedenszeiten,
Dank für Mut und Maß im Streiten,
Dank für seine Gegenwart!
Dank sei ihm für Weggefährten,
die sich in Gefahr bewährten,
Helfer von Sankt Ulrichs Art.

Ulrich, machtvoll und bewundert,
führte durch ein Halbjahrhundert
seine Schar in Glück und Leid,
half mit Mauerwehr und Türmen,
kämpfend, betend in den Stürmen
einer aufgewühlten Zeit.

Knechte lehrte er und Herren,
Gott und sein Gebot zu ehren
und auf Christi Kreuz zu schaun.
Karg und einfach war sein Leben,
aber grenzenlos im Geben
und gesammelt im Vertraun.

Bischof Ulrich, fromm und tätig,
groß im Werk, im Glauben stetig,
hilf uns heute wehrhaft sein!
Wenn sich äußere Gefahren
mit der Nacht der Seelen paaren,
pflanz uns Gottes Liebe ein.© Peter Gerloff


Heute gedenkt die Kirche der hl. Elisabeth von Portugal

und des hl. Ulrich von Augsburg
(Pfarrkirche Ebenfurt, Vita;
Lebensführung des Klerus - und warum hat der hl. Ulrich einen Fisch als Attribut)



Grablege des hl. Ulrich von Augsburg, Augsburg

Grab des Ulrich von Augsburg in St. Ulrich und Afra, Augsburg

Abraham - ein Vorausbild Christi

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Opfer Isaaks, Jesus trägt das Kreuz, Kathedrale von Tours



Im römischen Kanon haben wir nach der Konsekration das Gebet „supra quae", das einige „Vorausbilder" Christi, seines Priestertums und seines Opfers erwähnt: Abel, den ersten Märtyrer, mit seinem Lamm; Abraham, der von der Intention her seinen Sohn Isaak opfert, der durch das von Gott geschenkte Lamm ersetzt wird; und Melchisedek, Hoherpriester des höchsten Gottes, der Brot und Wein bringt. 
Das bedeutet, dass Christus die absolute Neuheit Gottes sowie gleichzeitig in der ganzen Geschichte gegenwärtig ist, durch die ganze Geschichte hindurch, und dass die Geschichte auf Christus zugeht. Und nicht nur die Geschichte des erwählten Volkes, das die wahre von Gott gewollte Vorbereitung darstellt und in der sich das Geheimnis Christi offenbart, sondern auch vom Heidentum her wird das Geheimnis Christi vorbereitet, gibt es Wege zu Christus, der alles in sich trägt.

(Benedikt XVI., Ansprache zum Beginn der Fastenzeit vor dem Klerus, 22.2.2010) 




So bringen wir aus den Gaben, die du uns geschenkt hast, dir, dem erhabenen Gott, die reine, heilige und makellose Opfergabedar:
das Brot des Lebens und den Kelch des ewigen Heiles.
Blicke versöhnt darauf nieder und nimm sie an wie einst die Gaben deines gerechten Dieners Abel, wie das Opfer unseres Vaters Abraham, wie die heilige Gabe, das reine Opfer deines Hohenpriesters Melchisedech.
Wir bitten dich, allmächtiger Gott:
Dein heiliger Engel trage diese Opfergabe auf deinen himmlischen Altar vor deine göttliche Herrlichkeit; und wenn wir durch unsere Teilnahme am Altar den heiligen Leib und das Blut deines Sohnes empfangen, erfülle uns mit aller Gnade und allem Segen des Himmels. 
(aus dem 1. Hochgebet, auf das im Lektionar bei der Lesung hingewiesen wird!)





Lesung aus dem Buch Genesis 22
In jenen Tagen
1stellte Gott Abraham auf die Probe. Er sprach zu ihm: Abraham! Er antwortete: Hier bin ich.
2Gott sprach: Nimm deinen Sohn, deinen einzigen, den du liebst, Isaak, geh in das Land Morija, und bring ihn dort auf einem der Berge, den ich dir nenne, als Brandopfer dar.
3Frühmorgens stand Abraham auf, sattelte seinen Esel, holte seine beiden Jungknechte und seinen Sohn Isaak, spaltete Holz zum Opfer und machte sich auf den Weg zu dem Ort, den ihm Gott genannt hatte.
4Als Abraham am dritten Tag aufblickte, sah er den Ort von weitem.
5Da sagte Abraham zu seinen Jungknechten: Bleibt mit dem Esel hier! Ich will mit dem Knaben hingehen und anbeten; dann kommen wir zu euch zurück.
6Abraham nahm das Holz für das Brandopfer und lud es seinem Sohn Isaak auf. Er selbst nahm das Feuer und das Messer in die Hand. So gingen beide miteinander.
7Nach einer Weile sagte Isaak zu seinem Vater Abraham: Vater! Er antwortete: Ja, mein Sohn! Dann sagte Isaak: Hier ist Feuer und Holz. Wo aber ist das Lamm für das Brandopfer?
8Abraham entgegnete: Gott wird sich das Opferlamm aussuchen, mein Sohn. Und beide gingen miteinander weiter.
9Als sie an den Ort kamen, den ihm Gott genannt hatte, baute Abraham den Altar, schichtete das Holz auf, fesselte seinen Sohn Isaak und legte ihn auf den Altar, oben auf das Holz.
10Schon streckte Abraham seine Hand aus und nahm das Messer, um seinen Sohn zu schlachten.
11Da rief ihm der Engel des Herrn vom Himmel her zu: Abraham, Abraham! Er antwortete: Hier bin ich.
12Jener sprach: Streck deine Hand nicht gegen den Knaben aus, und tu ihm nichts zuleide! Denn jetzt weiß ich, dass du Gott fürchtest; du hast mir deinen einzigen Sohn nicht vorenthalten.
13Als Abraham aufschaute, sah er: Ein Widder hatte sich hinter ihm mit seinen Hörnern im Gestrüpp verfangen. Abraham ging hin, nahm den Widder und brachte ihn statt seines Sohnes als Brandopfer dar.
14Abraham nannte jenen Ort Jahwe-Jire - Der Herr sieht -, wie man noch heute sagt: Auf dem Berg lässt sich der Herr sehen.
15Der Engel des Herrn rief Abraham zum zweiten Mal vom Himmel her zu
16und sprach: Ich habe bei mir geschworen - Spruch des Herrn: Weil du das getan hast und deinen einzigen Sohn mir nicht vorenthalten hast,
17will ich dir Segen schenken in Fülle und deine Nachkommen zahlreich machen wie die Sterne am Himmel und den Sand am Meeresstrand. Deine Nachkommen sollen das Tor ihrer Feinde einnehmen.
18Segnen sollen sich mit deinen Nachkommen alle Völker der Erde, weil du auf meine Stimme gehört hast.
19Darauf kehrte Abraham zu seinen Jungknechten zurück. Sie machten sich auf und gingen miteinander nach Beerscheba. Abraham blieb in Beerscheba wohnen.

(Lesung von Donnerstag der 13. Woche im Jahreskreis)



Christus mit seinen Vorausbilder im AT, Kathedrale von Tours

Antonius Maria Zaccaria

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Antonius Maria Zaccaria, Petersdom, Rom


Antonius Maria Zaccaria, Priester und Ordensgründer. Antonius Maria Zaccaria wurde 1502 in Cremona geboren. Antonius wurde zuerst Arzt, empfing aber 1528 die Priesterweihe. 1530 rief er die Kongregation der Regularkleriker vom heiligen Paulus ins Leben, die sich der Volksmission widmeten. Nach der päpstlichen Anerkennung 1533 und einem Umzug ins Kloster San Barnaba in Mailand wurde der Orden „Barnabiten“ genannt. Die Schriften des Antonius Maria Zaccaria gründen auf paulinischem Gedankengut.
Auf Antonius' Anregungen gehen das Freitagsläuten der Kirchenglocken zur Sterbestunde Christi sowie das vierzigstündige Gebet zwischen Karfreitag und Ostermorgen zurück. Antonius Maria Zaccaria starb am 5. Juli 1539 in Cremona und wurde zu Mailand beigesetzt. Er wurde 1897 heilig gesprochen.
(Martyrologium Sancrucense)

Petersdom

Die Kirche lebt von der Vergebung - Maria Goretti

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Die erste 1904 für Maria Goretti errichtete Gedenkstätte, Nettuno



Maria wurde geboren und getauft am 16. Oktober 1890 in Corinaldo (Ancona) als drittes von sieben Kindern. Mit zehn Jahren verlor sie ihren Vater und hatte dann eine harte Jugendzeit. Sie tat die Arbeiten im Haus und sorgte für die jüngeren Geschwister, damit die Mutter durch Feldarbeit den kärglichen Lebensunterhalt verdienen konnte. Weil sie dem Versuch einer Vergewaltigung energisch Widerstand leistete, wurde sie mit einem Messer so misshandelt, dass sie am folgenden Tag (6. Juli 1902) ihren Verwundungen erlag. Ihr Mörder, dem sie sterbend verziehen hatte und der sich später bekehrte, lebte noch, als sie 1950 heilig gesprochen wurde.

Um Jesu willen
Maria Goretti wurde gefragt, ob sie ihrem Mörder verzeihe. Ihre Antwort: „Gewiss verzeihe ich ihm. Ich werde vom Himmel aus für seine Bekehrung beten. Um Jesu willen, der dem reuigen Schächer verziehen hat, will ich ihn auch nahe bei mir im Paradies haben.“



Am Grab der hl. Maria Goretti in Nettuno

Das Heiligtum der Maria Goretti in Corinaldo (Geburtsort)

Der Ort des Martyriums der hl. Maria Goretti in Le Ferriere bei Nettuno

Ausstellungsraum in Nettuno

Maria Goretti erbittet für ihren Mörder die Bekehrung

Alessandro hatte für seine Tat 30 Jahre Gefängnis bekommen, er wurde aber wegen guter Führung etwas früher entlassen.

"Ein Traum gab mir einen kräftigen Antrieb zur Besserung meines Geistes. Es war das einzige Mal, daß ich von Maria Goretti träumte. Die weißgekleidete Maria pflückte in einem Garten, in dem ich mich befand, schneeweiße Lilien und reichte mir eine nach der anderen. Während sie mir diese gab, verwandelten sie sich in viele brennende Lämpchen wie Kerzen. Dann verschwand sie."

Seine Bekehrung im Gefängnis war ehrlich und dauerhaft. Seither führte er ein beispielhaftes Leben. 





Im Schatten deiner Flügel finde ich Zuflucht (PS 57)

Kilian von Würzburg

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Kilian mit Schwert und Bischofsstab, daneben Diakon Totnan und Priester Kolonat, Neumünster, Würzburg
Büsten von Heinz Schiestl, um 1910


Kilian von Würzburg, Bischof und Glaubensbote. Kilian war ein Mönch irischer Herkunft, der im 7. Jahrhundert als Bischof in und um Würzburg wirkte. Die um 840 verfasste Lebensgeschichte berichtet, Kilian habe von dem in Würzburg lebenden thüringischen Herzog Gozbert verlangt, sich von seiner Gattin zu trennen, da diese vorher mit des Herzogs Bruder vermählt gewesen sei. Daraufhin habe diese Kilian mit seinen Gefährten Kolonat und Totnan ermorden lassen. Der Tod Kilians wird um das Jahr 689 angenommen. Seine Reliquien befinden sich zu Würzburg im Dom und in der Neumünsterkirche. Das Grab des Würzburger Bistumspatrons ist noch alljährlich am Kilianifest Ziel zahlreicher Pilger. Eine Darstellung befindet sich auf dem Altar unserer Filialkirche Siegenfeld, die von P. Kilian Dienstbier im 18. Jahrhundert erbaut wurde.
(Martyrologium Sancrucense)

Eucharistische Anbetung


Mein treuer Herr und Gott
blicke auf mich in meiner Schwachheit,

stärke mich in den Stunden
schwindender Hoffnung,

halte mich in den Händen
in der Zeit des Leidens
und jeden anderen Tag.

Nimm mich hier
in deiner Güte an

und einst auf  in deiner
Herrlichkeit. 

Hochaltar mit Figuren von Johannes dem Täufer und Johannes dem Evangelisten

Neumünster, Würzburg
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